European Elvis Festival in Bad Nauheim – Petticoat und Rock'n'Roll


Für Freunde der gepflegten Tanzmusik und Fans des King of Rock’n’Roll bietet sich die alljährliche Pilgerfahrt nach Bad Nauheim zum European Elvis Festival an. Seit 2002 kann man dort ein Wochenende lang Elvis und seine Zeit erleben und natürlich waren wir auch einmal live dabei und haben bei unserem Aufenthalt festgestellt, dass Bad Nauheim auch ohne den King echt eine Reise wert ist.

Während des Festivals ist Elvis überall in Bad Nauheim präsent. Ob das in Form von mehr oder weniger gelungenen Outfits ist oder in Form von Elvis-Schnitzel, Elvis-Drinks, Elvis-sonstwas, Elvis ist einfach überall... Nicht nur auf dem Veranstaltungsgelände, für welches vom einfachen Eintritt bis hin zum Platin Premium Pass für jeden Geldbeutel etwas geboten ist. Es wird auch alles was mit Elvis und seiner Zeit zu tun hat abgedeckt: tanzbare Musik,  50er Jahre Flohmarkt, Autoteile, Fotoshooting, Elvis-Ausstellung, 50er Jahre Frisuren, Vorträge, Kinofilme, Meet und Greet mit Zeitgenossen, der wahre Fan kommt unter Gleichgesinnten voll auf seine Kosten. Erfreulicherweise alle anderen aber auch! An dem Wochenende gibt es in der Stadt thematisch passende live Musik, die Straßenkreuzer cruisen, die Damen schwingen die Petticoats und flanieren durch den Kurpark, für nicht ganz so eingefleischte Fans gibt es also auch genug zu sehen und zu erleben, umsonst und draußen. 😉 Und wer nur einzelne Künstler erleben möchte, im Theater am Kurpark, gibt es verschiedene Konzerte. Karten vorher kaufen, es wird voll!

Über den Sommer bietet Bad Nauheim eigentlich täglich Programm in der Konzertmuschel im Kurpark und wenn man durch das Programm stöbert, fällt auf, es ist für jeden etwas dabei. Von A-Capella Gesang über Jazz bis hin zu Dudelsäcken kann man den Abend ausklingen lassen, nachdem man das Flair der Bäderarchitektur und den Charme der ehemals bei der High Society beliebten Stadt auf sich hat wirken lassen. Gradierwerke laden zum Durchatmen ein, die wunderschön gepflegten Parkanlagen zum Flanieren. Wer mag, powert barfuß auf dem Outdoor Fitness Platz, gibt Vollgas mit den Tretbooten auf dem See oder erwandert den Johnnisberg. Die ehemalige heidnische Kultstätte punktet heute durch einem Aussichtsturm mit Sternwarte und natürlich mit lecker Café und Kuchen oben auf dem Berg. Auch Kaiserin Sissi wusste schon diese Aussicht  zu schätzen.

Bad Nauheim hat alles was man für einen Kurzurlaub braucht. Und wir waren überrascht, wie viel mondänder Chic erhalten blieb und bis in die heutige Zeit strahlt. Das ehemalige Grand Hotel wurde äußerlich erhalten und in Wohnungen umgebaut, mit einer freundlichen Bewohnerin konnten wir auch einen Blick nach drinnen werfen. Vielen Dank dafür.

Wir waren inzwischen noch zwei Mal in Bad Nauheim, ohne Elvis. Langweilig war es trotzdem nicht. Wir durften grandiose Nachwuchsartisten bei den Zirkusfestspielen erleben, haben die Burg Friedberg im gleichnamigen Nachbarort besichtigt und ansonsten Dolce Vita und lecker Essen genossen. Bad Nauheim hat uns sehr fasziniert, ein sehr gepflegter, lebendiger Ort, schöne Parks und viel Natur, dazu die Architektur der Jahrhundertwende. Günstig gelegen für einen Ausflug nach Frankfurt und genau das Richtige für einen schicken Wochenendtrip. Selbstverständlich hat Bad Nauheim auch Kuranlagen und Kliniken, ist aber ganz weit weg von Krankheit und Leiden, keine verstaubte „draußen nur Kännchen“ Mentalität, sondern weltoffen, lebhaft, sehen und gesehen werden und einmal im Jahr das Mekka der Elvis-Fans, es werden die Blue Suede Shoes ausgepackt, der Straßenkreuzer poliert und dann – Jailhouse Rock! 

Bäderarchitektur in Bad Nauheim unterhalb des Johannisberg
Die Konzertmuschel im Kurpark. Noch ist alles ruhig...

Elvis Wochenende. Der King lebt weiter in Bad Nauheim.
Ausfahrt der Straßenkreuzer beim Elvis Festival.


Kommentare

  1. Tolle Beschreibung von Bad Nauheim! Ich war zwar noch nicht dort, aber bei dem Stadtnamen fällt mir immer eine (angebliche?) Äußerung von Elvis ein. Der war ja zum Militärdienst nach Bad Nauheim abkommandiert worden. Bei seiner Ankunft, als er den Bahnhof verlassen hatte, soll er mit Blick auf die nette Stadt gesagt haben: "bad Nauheim - oh, it's not so bad!" :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, wir waren auch überrascht, wei mondän es da heute noch ist. Wir waren später nochmal da für eine Art Straßentheater-Festival, das war auch genial, vor allem die Trapez Künstlerin mit der "weiblichen" Figur, die während ihrer Turnnummer noch gesungen und rumgebrüllt hat. Wir haben Tränen gelacht....

      Löschen

Kommentar posten