Schlafen im Weinfass umgeben von Sasbachwaldens Weinbergen

Übernachten im Faß? Das mussten wir doch ausprobieren! Da ich ein Schwarzwaldmädel bn,verschlägt es uns regelmäßig in das schöne Schwarzwalddorf Sasbachwalden und bei einem unserer Urlaube dort haben wir dann auch das Faß ausprobiert. Genauer gesagt ein Doppelfaß. Doch von Anfang an: Da wir nicht von Schulferien abhängig sind und auch nicht von Wochenenden, konnten wir problemlos über die Homepage von Familie Wild buchen. Wer von Wochenenden abhängig ist, der muss mit viel Vorlauf rechnen, denn die Fässer sind begehrt und weit im Voraus ausgebucht. Verteilt auf den eigenen Weinberg am Fuß der Hornisgrinde stehen die Übernachtungsfässer mit wunderschönem Blick in die Rheinebene und auch nicht einsehbar von den anderen Faß-Bewohnern. Jeder Faß-Platz ist individuell und liebevoll gestaltet, an dem einen gibt es einen plätschernden Brunnen, an dem anderen einen romantischen Baum oder einen extra schönen Blick ins Tal. Man kann entweder eine oder zwei Übernachtungen im Faß buchen und anschließend  - wer mag - zusätzliche Übernachtung(en) im Hotel. Wir haben uns für die Variante eine Nacht im Faß und die restlichen Nächte im Hotel entschieden.

In Sasbachwalden angekommen geht die Fahrt weiter nach oben bis zum Parkplatz, denn ab da heißt es stop für Autos und zu Fuß weiter zum Faß. Die Wege sind nicht wirklich weit aber so geschickt angelegt, dass man sich weder vom Wohnhaus noch von anderen Fässern beobachtet fühlt. Unser Faß-Idyll bestand aus Schlaf-Faß, herrlich romantisch mit Fensterchen und karierter Bettwäsche und dem „Sanitär-Faß“, welches durch eine Trennwand halbiert ist, vorne ist eine kleine Sitzgelegenheit und hinten das Katzenklo (für Menschen). Übernachten im Weinfaß ist keine 5-Sterne Unterkunft mit Wellness-Bad aber das braucht man auch nicht. Richtige Sanitäranlagen gibt es am Wohnhaus, wer morgens einen kleinen Fußmarsch hinter sich bringt, muss also auf nichts verzichten.

Für uns unschlagbar war die grandiose Aussicht Richtung Strasbourg und die absolute Ruhe. Außer Natur – nichts zu hören. Für Verpflegung wurde auch gesorgt und zwar üppig. Abends kam per Elektromobil ein liebevoll hergerichteter und üppig befüllter Vesper-Korb. Wir dachten erst, dass er für abends und morgens sein muss, denn es war wirklich viel drin, Spezialitäten aus dem Schwarzwald, Brot vom örtlichen Bäcker, Getränke, lecker! Auf der rustikalen Holzbank vorm Faßdomizil den Sonnenuntergang und eine rustikale Brotzeit genießen, absolut unschlagbar.

Die Nacht zu zweit im Faß war auch gemütlich und bequem, wir haben nichts vermisst und super gut geschlafen. Morgens wurden wir von den Vögeln geweckt und der Frühstückskorb stand auch schon bereit. Auch hier alles was das Herz begehrt – frische Brötchen, Thermoskanne, Saft und wieder alles in solcher Menge, dass wir den ganzen Tag davon hätten essen können. So entschleunigt hat selten ein Urlaubstag begonnen: kein Gedränge am Buffet, keine Hektik im Speisesaal. Nur wir beide und ein grandioser Morgen.

Wir wollen auf jeden Fall noch einmal im Faß übernachten auch wenn wir absolut keine Camping-Fans sind und die Toilette erst ein wenig gewöhnungsbedürftig war. Natürlich hatten wir auch absolutes Glück mit dem Wetter, bei richtigem Dauerregen wäre der Aufenthalt bescheiden gewesen, denn man hat eben doch nicht den Platz wie auf einem Hotelzimmer. Aber für uns passte alles und der Wettergott hatte uns sowohl mit einem lauen Abend als auch mit einem atemberaubenden Morgen beschenkt, so dass wir die Ruhe und die Natur in vollen Zügen genießen konnten. Das Paket mit der Kombination aus Übernachten im Faß und anschließendem Hotel-Aufenthalt hat uns sehr angesprochen. 

Wer übrigens eine andere Art der außergewöhnlichen Übernachtung in der Region ausprobieren möchte: die Villa Erlenbad bietet interessante Zimmer 😊
Übernachten in den Weinbergen unterhalb der Hornisgrinde
Schlaffass in den Weinbergen

Blick vom Schwarzwald in Richtung Frankreich.
Ausblick  über den Weinberg in die Rheinebene



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